Die Wüste …

TransalpIm Juli 1989 begannen wir mit den Vorbereitungen und Planungen. Wir wollten ja schließlich ohne größere Probleme wieder zurückkommen. Fünf gleiche Motorräder mit gleichem Baujahr aufzutreiben – natürlich gebraucht – war gar nicht so einfach. Wir hatten uns auf die Honda Transalp XL600V Baujahr 1988 geeinigt (die am Foto war nicht meine, aber ungefähr so sieht sie aus). 50PS und nicht ganz 600ccm erschienen uns genug.

Der alte VW-Bus als Begleitfahrzeug war das kleinere Problem. Diesen bauten wir dann auch in Eigenregie (mit Hilfe eines befreundeten KfZ-Mechanikers) für unsere Zwecke um. Wir würden sechs Leute sein, einer davon würde den Bus lenken.

Wir starteten also Ende Juni 1990 in Wien und fuhren auf der südlichen Route über Graz, Klagenfurt, Udine, Padua nach Genua. Von dort aus ging es an der Mittelmeerküste weiter bis Cannes und von dort aus scharf nach Westen bis Nimes und schlußendlich nach Sété, wo wir nach Tanger einschifften.

Unsere Strecke führte uns von Tanger weiter über Casablanca, Tinduf (Algerien) , Adrar, Tamanrasset, Agadez (Niger), N’Djamena (Tschad) nach Rabak (Sudan) und dann den Weißen Nil hinunter bis Kartoum. Von dort aus schnitten wir den Nilbogen nach Osten ab und fuhren NNW-wärts direkt über Dongola und Wadi Haifa (um den Südzipfel des Lake Namibia herum) nach Abu Simbel (Ägypten) weiter. Von Abu Simbel aus ging es dann weiter nach Norden über Assuan bis Kairo.

Von Kairo aus – das Stadtzentrum mieden wir – ging es weiter an der Mittelmeerküste entlang nach Tunis (Tunesien). Neun Wochen und 15.000 km später kamen wir völlig erledigt in Tunis an.

Dort erholten wir uns zwei Tage, bevor wir mit der Fähre von Tunis nach Genua (Italien) übersetzten und uns damit wieder der Heimat zuwandten. Von Genua aus suchten wir dann nur mehr den schnellsten Weg nach Wien mit weiteren 1000km über Bozen, Innsbruck, Kufstein, Salzburg und die Westautobahn. Am 31.08. waren wir wieder wie geplant zuhause.

Resüme:

Es ist eine echte Schinderei und man muß sich auf jeden in der Gruppe verlassen können – für Mensch und Material eine unglaubliche Belastung – zumindest aus meiner Sicht. Die gnadenlose Natur trägt sehr dazu bei. Der Wüstensand ist überall und reibt überall. Es gibt in der Wüste tagsüber 50° im Schatten und mehr – nur leider kaum Schatten. In der Nacht kann es schon mal leicht frieren. Die Temperaturunterschiede sind also sehr gewöhnungsbedürftig.

Dazu kommt noch, dass diese Gegenden nicht gerade problemfrei sind. Bürgerkriege, Räuberbanden, rivalisierende Stämme, etc. bevölkern die Wüste. Bei Beamten (Grenzen, Polizei) kommt man ohne Bakschisch oft gar nicht weiter. So gut wie jeder, den man in der Wüste trifft, ist bewaffnet. Die Sitten und Gebräuche sind anders und teilweise überraschend und/oder befremdlich.

Trotzdem war es ein richtig geiles Erlebnis!

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